Ratten als Haustiere: Das ist zu beachten


Ratten sind zutrauliche und hochintelligente Tiere. Bild: fotolia.com © George Dolgikh (#85200785)

Es muss nicht immer eine Katze oder ein Hund sein. Auch eine Ratte kann uns als Haustier viel Freude bereiten. Denn obwohl die Nager zum Teil immer noch ein schlechtes Image haben, sind sie bei vielen Menschen beliebt und können diesen auch nützlich sein. Besonders seit „Ratatouille“ werden bis zu doppelt so viele Ratten in Österreich verkauft wie sonst. Doch was muss beim Halten einer Ratte als Haustier eigentlich beachtet werden?

Verschmust, verspielt und klug: Die Vorteile von Ratten als Haustieren

Ratten galten früher als schmutzig und wurden verdächtigt, Krankheiten zu übertragen. Auch heute gibt es noch einige Vorurteile gegenüber den Nagern. Erst 2012 wurde eine Rattenplage im bei Touristen sehr beliebten Innsbrucker Alpenzoo befürchtet. Dabei sind die als Haustiere gehaltenen Farbratten nicht nur sehr reinlich, sondern auch verschmust und hochintelligent. Sie spielen gerne, meistern problemlos Labyrinthe und können mit ein bisschen Übung sogar Kunststücke erlernen. Dazu zählen beispielsweise simple Kommandos wie „Steh!“ Egal, wie viel Spaß es auch macht: Das Training sollte nie länger als 20 Minuten am Tag dauern und nicht zu viele Kommandos auf einmal beinhalten. Da Ratten es jedoch lieben, sich neuen und abwechslungsreichen Herausforderungen zu stellen, können schnell neue Tricks erlernt werden, bei denen der Schwierigkeitsgrad nach und nach erhöht wird. Damit stellen sie eine sinnvolle Beschäftigung und Herausforderung des Nagers dar. Beliebte Kunststücke sind beispielsweise „Dreh dich!“ oder „Spin!“, „Geh!“ oder „Walk!“, sowie „Hohl!“ oder „Fetch!“

Das Rattentraining macht nicht nur der Ratte und dem Besitzer Spaß, sondern mit jeder Trainingsstunde wächst auch die Bindung zwischen dem Nager und dem Besitzer. Zu scheuen Tieren kann auf diese Weise langsam Vertrauen aufgebaut werden. Gerade Kinder mögen es, mit den aktiven und geselligen Kleintieren zu spielen. Doch auch für berufstätige Menschen sind Ratten die idealen Haustiere: Während sie die meiste Zeit des Tages verschlafen, werden sie abends aktiv und freuen sich über Schmuseeinheiten und Spiele.

Gesellig und sozial: Haltung von Ratten in der Gruppe

Ratten sind sehr gesellige und soziale Rudeltiere. Wer die Nager artgerecht halten möchte, sollte daher immer mindestens zwei Ratten halten, am besten noch mehr. So können sie zusammen spielen, kuscheln und sich gegenseitig putzen. Da sich Ratten relativ schnell vermehren, sollte allerdings darauf geachtet werden, dass nur gleichgeschlechtliche Tiere zusammenleben oder die Männchen kastriert werden. Denn weibliche Ratten werfen zwölf Mal im Jahr zwischen sechs und neun Junge. Achtung: Damit es nicht zu Rivalitäten kommt, sollten sich die Ratten von klein auf kennen. Auch beim Spielen sollte darauf geachtet werden, dass jeder Nager gleich behandelt wird.

Ratten sollten mindestens zu zweit gehalten werden. Bild: fotolia.com © Kirill Kurashov (#107613948)

Doch wie sollte der ideale Ort zum Halten von Ratten beschaffen sein? Zunächst benötigen die intelligenten Tiere eine Menge Platz. Bei zwei Ratten beispielsweise sollte der Käfig mindestens 90 x 50 cm groß und 90 cm hoch sein und mehrere Etagen umfassen. So können die Nager viel Klettern und herumlaufen. Mit Leitern, ungiftigen Obstbaum-Ästen, Schaukeln, Stegen, Seilen, Röhren, und Hängematten haben die Kleintiere eine anregende Unterkunft, kleine Schlafhäuschen sind zudem ideale Rückzugsmöglichkeiten, falls sie mal Ruhe benötigen. Achtung: Zugluft, Hitze und direkte Sonneneinstrahlung sollten vermieden werden, damit sich die Tiere wohl fühlen.


Doch egal, wie abenteuerlich der Käfig auch gestaltet wird, auch Freilauf in der Wohnung muss sein. Dabei können die Ratten allerdings einiges anstellen. Denn die Nager knabbern alles an und zerstören dabei auch wertvolle Einrichtungsgegenstände. Daher sollten sie beim Freilauf immer beaufsichtigt werden. Kabel sollten zudem vorher abgedeckt und Schränke geschlossen werden. Auch giftige Zimmerpflanzen sind wegzuräumen.

Abwechslungsreich und ausgewogen: Die Fütterung von Ratten

Grundsätzlich können Ratten als Allesfresser bezeichnet werden, denn ihre Ernährung sollte sehr abwechslungsreich und ausgewogen sein, damit die Tiere gesund sind. Sowohl pflanzliche als auch tierische Elemente sollten im Rattenfutter vorkommen. Die kleinen Nager lieben beispielsweise Samen, Körner, Nüsse und frisches Obst und Gemüse, aber auch Insekten und andere Kleintiere. Dazu gehört auch Lebendfutter: Besonders Grillen und Mehlwürmer zählen zur Leibspeise der Ratten. Weitere tierische Nahrung wie Joghurt, Käse und hartgekochte Eier ergänzen den Speiseplan. Ungesüßtes Müsli und Haferflocken sorgen zudem für noch etwas mehr Abwechslung in der Nahrung. Unverträglich sind Lebensmittel wie rohe Bohnen, Kohl, Mineralwasser, scharfe Gewürze, Schokolade und Koffein.

Käse sollte auf dem Speiseplan der Ratte nicht fehlen. Bild: fotolia.com © George Dolgikh (#85200982)

Gesund und resistent: Regelmäßige Tierarztbesuche der Ratten

Auch Ratten können krank werden. Zum einen kann eine ungesunde Ernährung zu Übergewicht, Diabetes, Leberverfettung und einem erhöhten Tumorrisiko führen. Die ohnehin kurze Lebensdauer von zwei bis vier Jahren wird unter Umständen so noch verringert. Zum anderen können auch schwache und alte Tiere besonders anfällig für bestimmte Krankheiten sein – besonders dann, wenn sie in mangelhaften Hygieneverhältnissen leben. Folgende Krankheiten kommen bei den Nagern dann besonders häufig vor:


  • Befall mit Ektoparasiten: Räudemilben sind nur ein Parasit, mit dem sich Ratten anstecken können. Die Krankheit äußert sich in Juckreiz und kann Haarverlust, Selbstbenagung und Geschwüre zur Folge haben.
  • Zahnanomalien und Zahnfehlstellungen: Die Zähne der Ratte wachsen ein Leben lang nach. Daher sollten die Nager immer genug Nagematerial zur Verfügung haben, damit die Zähne abgenützt und nicht zu lang werden.
  • Mykoplasmeninfektion: Diese Infektion ist nicht vollständig heilbar und führt dazu, dass die Tiere an Atemnot und schleimig-eitrigem Nasenausfluss leiden.
  • Speicheldrüsenentzündung: Kranke Tiere haben einen verringerten Putztrieb. Dadurch sammelt sich das rötliche Sekret im Augenwinkel oder um die Nase. Diese rötliche Fellfärbung wird auch als „rote Tränen“ bezeichnet.
  • Krebs: Ältere Ratten erkranken häufig an Krebs. Besonders Gesäugetumore und Hauttumore kommen hier sehr oft vor.

Um Erkrankungen der Nager zu verhindern, sollten Besitzer von Ratten mit diesen regelmäßig zum Tierarzt gehen sowie auf eine gesunde Ernährung der Ratte achten. Erste Anzeichen für Krankheiten sind Augen- und Nasenausfluss, eine schnelle Atmung, gesträubtes Fell und Apathie. Auch Nahrungsverweigerung oder häufiges Kratzen können ein Warnsignal sein.

Fazit

Trotz noch etlicher Vorbehalte ist die Ratte längt nicht mehr ein Tier, das von vielen Menschen gehasst und als ekliger Schädling angesehen wird, sondern ein beliebtes Haustier, das gerne kuschelt, spielt und hochintelligent ist. In Asien waren die Nager darüber hinaus schon immer beliebt und wurden als Glücksbringer angesehen. Und tatsächlich gelten sie als Lebensretter. Ihr guter Geruchssinn ermöglicht es ihnen, Tuberkulosekranke an ihrem Atem zu erkennen und gefährliche Landminen aufzuspüren.

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