In Echtzeit dabei: Wie Live-streaming die Tourismusbranche in Innsbruck verändert

Der Tourismus-Sektor in Österreich punktet zwar vor allem mit klassischen Urlaubsaktivitäten wie Skifahren, Wandern oder Bergausflügen. Doch auch in der Region Innsbruck wird man immer innovativer: Denn im Jahr 2021 gibt es dank Technologien wie Live-Streaming und Virtual Reality ganz neue Möglichkeiten, um Urlaubsziele für sich zu entdecken. Wie verändern Streaming und VR den Tourismus-Sektor in Österreich? Und wie aktiv ist die Region Innsbruck wenn es um Webcams, Live-Erlebnisse und mehr geht?

Dank Live-Streaming und Webcams können Nutzer von jedem Ort aus Urlaubsziele erkunden |Quelle: Unsplash

Live-Streaming in vielen Industrien im Einsatz

Die Begriffe Live-Streaming und Virtual Reality sind inzwischen in vielen verschiedenen Industrien wichtige Schlagworte. Beim Live-Streaming können Zuschauer dank Kameras und Internet in Echtzeit per Video dabei sein: Oft wird Live-Streaming auf Webseiten wie YouTube verwendet, aber auch in anderen Wirtschaftszweigen. Denn seit einigen Jahren werden die Anwendungsgebiete für Live-Streaming immer größer: In Österreich sind beispielsweise virtuelle Konzertbesuche via Live-Stream keine Seltenheit mehr und vor allem seit 2020 gibt es eine immer größere Zahl von Konzerten, die überhaupt nur per Internet live übertragen wird. Auch Videospiele setzen stark auf die Technologie: Beim E-Sport, wo Videospiele kompetitiv vor großem Publikum von Profis gespielt werden, kommt Live-Streaming gehäuft zum Einsatz. Und das mit Erfolg: Die Umsätze mit E-Sport lagen im Jahr 2020 weltweit bei etwa 950 Millionen US-Dollar, ein starkes Wachstum der Branche für die kommenden Jahre wird erwartet.

Auch beim interaktiven Entertainment über das Internet ist Live-Streaming inzwischen allgegenwärtig: In sogenannten Live Casino Spielen können Spieler von Zuhause aus per Webcam gegen andere Spieler antreten. Wer zum Beispiel Poker im Live Casino spielt, kann so oft nicht nur das Pokerface seiner Gegenspieler sehen, sondern bekommt auch von einem echten Dealer Karten ausgeteilt und taucht so tiefer in die Casino-Atmosphäre ein. Nötig sind dazu nur eine Anmeldung beim Anbieter, eine funktionierende Webcam und eine Internetverbindung.

Auch an anderer Stelle ist Live-Streaming – beinahe unsichtbar – allgegenwärtig: Wer Musik über Anbieter wie Spotify hört, tut dies ebenfalls mithilfe dieser Technologie. Inzwischen ist sogar das Streamen von großen Videospielen möglich, beispielsweise über Dienste wie Microsofts GamePass.

Virtuelle Realität wiederum geht noch einen Schritt weiter: Mit speziellen VR-Brillen können Anwender sich fühlen, als wären sie wirklich direkt vor Ort und so beispielsweise Reiseziele erkunden, eine große Immersion in Videospielen erleben und mehr.

Virtual Reality und Live-Streaming im Tourismus

Live-Streaming wird inzwischen weltweit in der Tourismusbranche eingesetzt, um potenzielle Reisende zu locken und so Urlaubsziele im besten Licht zu zeigen. Durch Webcams, VR-Brillen und Live-Videos können Kunden auf ganz neue Arten angesprochen werden. Beispielsweise bieten immer mehr Hotelbetreiber virtuelle Touren ihrer Hotels an, um potenzielle Urlauber von einem Aufenthalt zu überzeugen. So können Benutzer sich etwa die Wellness-Anlagen, die Hotelzimmer oder auch die Gastronomie des Hauses ansehen.

Ein Trend, der in den kommenden Jahren stark zunehmen wird, ist zudem der Nutzen von Virtual Reality Brillen, um dieses Erlebnis noch zu verstärken. Wer sich einmal live und in 360-Grad an einem Urlaubsort umgesehen hat, kann danach viel kompetenter entscheiden, ob das Reiseziel zu den eigenen Wünschen und Bedürfnissen passt. Bereits jetzt ist das Internet hier ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Um ein Beispiel aus der Region zu bemühen: Die Wedelhütte in der Skiregion Hochzillertal-Kaltenbach ist erst Ende des letzten Jahres als beste Skihütte Europas ausgezeichnet worden. Die auf 2.350 Metern Höhe befindliche Hütte mit wunderbarem Weitblick und einer großen Auswahl an kulinarischen Erlebnissen hat sich ihren Ruf aber zunächst erarbeiten müssen – und zwar maßgeblich über das Internet! Denn hier können Nutzer Bilder, Videos und mehr von dem besonderen Erlebnis einsehen; und dann schnell buchen. In Zukunft könnten Destinationen wie die Wedelhütte sehr stark von VR profitieren.

Zwar trägt die Reisebranche noch relativ wenig zu den rund 3,9 Milliarden Euro an Umsatz bei, welche dieses Jahr mit Virtual Reality erzielt werden sollen. Schon bald dürfte sich das aber ändern. Denn die Technik wird nicht nur immer kostengünstiger, sondern ist auch zunehmend in der Bevölkerung bekannt und beliebt.

Österreich ist unter anderem dank seiner Berglandschaften ein beliebtes Reiseziel | Quelle: Unsplash

Innsbruck ganz vorne mit dabei

Inzwischen sind Virtual Reality und Live-Streaming also nicht mehr wegzudenken und gehören damit fest zum Wachstumspotential einer rapide expandierenden Industrie. Nicht nur in Innsbruck, sondern in ganz Österreich, wird die Sparte zu einer immer stärkeren Stützsäule für die Wirtschaft. So ist die Anzahl der touristischen Ankünfte in Österreich in den vergangenen Jahren um rund 44 Prozent auf 44,8 Millionen Stück im Jahr 2018 gestiegen – und könnte 2021 einen neuen Höchstwert erreichen. Auch die Anzahl der Übernachtungen konnte zwischen 2007 und 2018 um insgesamt 23 Prozent steigen. Das schlägt sich natürlich in den Einnahmen von Veranstaltern und Hotels nieder: In der Wintersaison 2019 wurden in Österreich 14,9 Milliarden Euro mit Tourismus umgesetzt – ein starkes Plus im Vergleich zu 2005, als der Umsatz noch bei knapp unter zehn Milliarden Euro lag.

Für weitere Zuwächse werden in ganz Österreich Innovationen nötig sein. Und laut Informationen von World Travel gibt es aktuell kaum eine bessere Methode, um ein Reiseziel zu bewerben, als per Live-Stream oder sogar VR-Erlebnis zu zeigen, was die Besucher dort erwartet. Das gilt auch für die Region Innsbruck, die in den vergangenen Jahren vermehrt damit angefangen hat, Webcams zu installieren, um potenziellen Urlaubern Einblicke in die Region zu liefern. Dank 360-Grad Panorama Kameras können Interessierte im Live-Bild Skigebiete, regionale Ortschaften oder Aussichtspunkte wie die Station Seegrube auf etwa 2.000 Höhenmetern bewundern. Ob von der Innsbrucker Markthalle, vom Gipfel des Patscherkofel, oder mitten im Mieminger Plateau: Beinahe die gesamte Urlaubsregion ist inzwischen mit Live-Webcams ausgestattet. Und die Maßnahmen zeigen Erfolg: Die Ankünfte und Nächtigungen in Innsbruck steigen stetig. Im Jahr 2018 beispielsweise wurde ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet – 2021 könnte sogar das beste Jahr aller Zeiten für die Region werden.

Klar ist: Das Internet wird für den Tourismus immer wichtiger. Sowohl beim Live-Streaming, als auch bei der Buchung von Hotels oder von Flügen. Und wenn der technologische Fortschritt weiterhin so rasant verläuft, werden möglicherweise in zehn Jahren Urlauber ohne vorherigen VR-Ausflug an ihr Reiseziel überhaupt nicht mehr buchen wollen.

Fazit

Virtual Reality und Live-Streaming verändern eine große Anzahl von Industrien. Und die Tourismusbranche stellt hier keine Ausnahme dar! In Innsbruck locken Webcams mit Livebildern bereits heute eine beachtliche Menge an Touristen in die Region. In den kommenden Jahren dürfte sich dieser Trend nur noch verstärken: 360-Grad Videos vor Ort, Besichtigungen von Hotels per Virtual Reality Headset und mehr werden die Branche nachhaltig verändern. Zum Glück ist Innsbruck hier gut aufgestellt – und wird dadurch in naher Zukunft immer stärker vom technologischen Wandel profitieren.