Wie HTML5 Flash aus dem Internet verdrängt hat

Seit ein paar Jahren ersetzt HTML5 die Notwendigkeit für Flash Plug-ins bei Online Spielen. Hier sind die Gründe dafür…

In den letzten Jahren setzten immer mehr Spieleprogrammierer bei der Erstellung neuer Online Spiele auf HTML5 Codes | Bild: Unsplash

Egal, welches Spiel man online spielt, sei ein Retro-Spiel oder ein Glücksspiel, eines haben sie alle gemeinsam: Sie müssen zuerst programmiert werden, um richtig dargestellt werden zu können. Dafür gab es in den letzten Jahren verschiedene Möglichkeiten: einerseits mithilfe des Flash Players, einem Programm von Adobe, oder mithilfe von offenen Standards, wie beispielsweise HTML5 Codes.

In den letzten Jahren setzten immer mehr Spieleprogrammierer bei der Erstellung neuer Online Spiele auf HTML5 Codes. Im Jahr 2017 wurde schließlich bekannt, dass es keine Zukunft für den Flash Player geben wird. Adobe gab bekannt, dass das Produkt mit Ende 2020 eingestellt wird.

Adobe ist eine Firma wie SAP und geht aus bestimmten Gründen auf Nummer sicher. SAP Aktien kaufen macht auch langfristig Sinn, weil im Hintergrund so viel Substanz ist, damit fast nichts schiefgehen kann.

Um zu verstehen, wie sich HTML5 Spiele von Flash unterscheiden und wie es HTML5 schließlich gelingen konnte, Flash vom Markt zu vertreiben, ist es sinnvoll, zuerst die Unterschiede zu definieren.

Was ist HTML5?

HTML5 ist die fünfte Generation der Programmiersprache HTML (die Abkürzung steht für Hypertext Markup Language). HTML ist die Grundlage für Inhalte, die im Internet dargestellt werden sollen. Durch das Erstellen eines HTML Codes kann man beispielsweise das Design einer Webseite festlegen, ebenso wie die Schriftgröße oder -farbe. Heutzutage wird HTML meist mit CSS ergänzt, da man dadurch die Möglichkeit hat, das Webseitenformat dynamischer und moderner zu gestalten.

Durch die Weiterentwicklung von HTML bis zur neuesten Version HTML5, die im Jahr 2014 erschien, können mittlerweile auch multimediale Elemente wie Audio oder Video eingebettet werden – im Gegensatz zu früher, wo man ein Plug-in für die Darstellung benötigte, wie etwa den Flash Player.

HTML5 bietet mittlerweile einen Tag für Canvas Elemente, der einen Bereich in einer Webseite kennzeichnet, in dem man mithilfe von Canvas 2D JavaScript API zeichnen kann. So lassen sich 2D-Spiele heutzutage mithilfe von HTML5 programmieren. Erst durch HTML5 ließen sich JavaScript Anwendungen so schreiben, dass sie dasselbe Erlebnis bieten konnten, wie zuvor der Flash Player.

HTML5 ist ein sogenannter offener Standard, der zur Darstellung nicht auf dem eigenen PC installiert werden muss. Flash hingegen ist ein Programm von Adobe, das vor der Anwendung heruntergeladen und aktiviert werden muss. Während Adobe von einem auf den anderen Tag entscheiden konnte, das Programm einzustellen, entscheiden bei offenen Standards wie HTML5 Standardisierungsgremien.

Was ist Flash?

Flash war eines der ersten Programme, welches eine Kombination aus Grafikprogramm und Animation-Software anbot. In den ersten Jahren des Internets wurde der Flash-Player genutzt, um Webseiten mit interaktiven Spielen, Audio, Grafiken oder Videoelementen zu ergänzen. Lange Zeit war dies mit HTML nicht möglich. 

In den letzten Jahren wurden beim Flash-Player jedoch Sicherheitslücken festgestellt, die dazu führten, dass alle wichtigen Browser Flash nicht weiter unterstützen wollten. Nutzern wird von Experten dazu geraten, die Software zu deaktivieren. 

Im Gegensatz zum Flash Player wird HTML5 von allen gängigen Browsern unterstützt und kann ohne Plug-ins dargestellt werden. Auch die mobilen Versionen der Browser unterstützen mittlerweile JavaScript und HTML5.

Die Vorzüge von HTML5 haben also dazu geführt, dass es mit Ende des Jahres 2020 nun endgültig vorbei ist mit dem Flash Player. Damit geht im nächsten Jahr ein Stück Internetgeschichte zu Ende. Die Zukunft der Online-Spiele liegt nun in den Händen der offenen Standards.