Innsbruck auf 7 Routen (neu) entdecken

Charmante Studentenstadt und gleichzeitig Revier der absoluten Outdoor-Freaks – in Innsbruck verbindet sich alpine Lebensfreude auf einzigartige Weise mit urbanem Kulturgenuss. Dabei gibt es in Innsbruck nicht nur besondere Sehenswürdigkeiten, die man auf perfekt geplanten „Walks“ erleben kann, sondern auch Routen, die Innsbruck von einer etwas anderen Seite zeigen.

Sillschlucht Innsbruck
Tiefe Schluchten, hohe Schanze: Zwischen Sprungschanze und Sillschlucht © Innsbruck Tourismus - Mario Webhofer

Alpin-urbane Perspektiven: Stadt und Berg in einer Tour

Von der Stadt auf den Gipfel in unter einer halben Stunde? In Innsbruck gar kein Problem! Schwere Bergausrüstung kann dabei getrost daheim gelassen werden. Mit den Nordkettenbahnen wird der Gipfelsieg, von der Station Congress ausgehend, zum wahren Kinderspiel. Die Hafelekarspitze erreicht man zu Fuß innerhalb von 15 Minuten von der Gipfelstation aus. Außerdem lassen sich an verschiedenen Stationen unterwegs noch wahre Highlights erkunden – etwa der Perspektivenweg unweit der Station bei der Seegrube. Dieser vom renommierten norwegischen Architekturbüro Snøhetta entworfene Wanderweg begeistert mit der gekonnten Einbindung von Zitaten des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein.

Die tierische Vielfalt des alpinen Lebensraums erkundet man im Alpenzoo – ebenfalls ein Stopp, wenn man mit den Nordkettenbahnen unterwegs ist. Von hier aus lässt sich der Weg zurück zur Station Congress auch zu Fuß entlang des Inns zurücklegen und man ist nach insgesamt etwa vier bis sechs Stunden wieder zurück am Ausgangspunkt.

Tiefe Schluchten, hohe Schanze: Zwischen Sprungschanze und Sillschlucht

Historisch und architektonisch eindrucksvoll ist schon der Start dieser Runde, wenn man von der im Auftrag von Maria Theresia erbauten Triumphpforte in Richtung Bergisel losstartet. Vorbei kommt man dabei an der eindrucksvollen Basilika und am Stift Wilten, bevor es vom Parkplatz des Tirol Panorama aus in die Sillschlucht, Innsbrucks ureigenem „Canyon“, geht. Vorbei an „Drachenfelsen“ und „Sonnendeck“ lässt sich so eine Panoramarunde, die direkt an der Bergisel Sprungschanze vorbeiführt, entdecken. Architektonisches Highlight: Entworfen wurde die Schanze von der international bekannten Architektin Zaha Hadid. Sowohl der Sprungturm, als auch das nahe gelegene Museum Tirol Panorama mit dem Riesenrundgemälde, das auf 1.000 m² Leinwand in atemberaubender 360-Grad-Sicht Szenen aus dem von Andreas Hofer angeführten Tiroler Freiheitskampf von 1809 zeigt, sind einen Besuch wert. Am Rückweg kann die Stadt von der Haltestelle Bergisel gegenüber des Stift Wilten auch bequem mit der Tram erreicht werden. Insgesamt sollte für die Tour ein halber bzw. ein ganzer Tag (mit Museumsbesuchen) eingeplant werden.

Maximilian, Sisi & Co.: Auf den Spuren der Habsburger

Einmal quer durch die Geschichte Innsbrucks, bitte! Wer die reiche Historie der Stadt erkunden will, ist hier richtig – zeitlich einkalkulieren kann man zwischen 90 Minuten und, mit Museumsbesuchen, den ganzen Tag. Gestartet wird beim allseits bekannten Goldenen Dachl, von wo aus die Tour Richtung Osten zum Dom zu St. Jakob, einer der bedeutendsten Barockkirchen Tirols, vorbei ins Innsbrucker Kulturzentrum führt. Nicht nur das Tiroler Landestheater – zu erkennen an der ikonischen habsburgergelben Farbe – sondern auch der eindrucksvolle Leopoldsbrunnen mit seinen wunderschönen Bronzefiguren wurden hier errichtet. Gleich gegenüber befindet sich die Kaiserliche Hofburg, die bereits um 1500 so groß war wie heute. Schon Kaiser Maximilian I. liebte seine Residenz mit vorgelagertem Turnierplatz. Gleich um’s Eck befindet sich die Hofkirche, bekannt für die „Schwarzen Mander“, die das Kaisergrab Maximilians flankieren.

In die Welt Maria Theresias eintauchen kann man ab der Triumphpforte, die auf einer Seite die Hochzeit von Maria Theresias Sohn Leopold mit der spanischen Prinzessin Maria Ludovica repräsentiert. Auf der anderen Seite geht es um den Tod Maria Theresias Gatten Franz Stephan. Ihm gewidmet ist auch das Adeligen Damenstift, das Maria Theresia nach seinem Tod gegründet hat. Die Aufgabe der adeligen Damen dort: Für den verstorbenen Kaiser beten. Noch heute besteht die Institution und wird von zwei Stiftsdamen bewohnt. Mittlerweile befindet sich im Haus außerdem das Restaurant Stiftskeller – typisch tirolerische Spezialitäten umgeben von historisch-urigem Flair können hier zum Abschluss der Tour genossen werden!

Das junge Innsbruck: Skater-Platz, Kletterparadies und Badesee mit dem Rad entdecken

Das Innsbruck der Studenten erkundet man in einem Tagesausflug mit dem Rad (stadtrad.ivb.at). Eine Ausleih-Station gibt es beispielsweise bei der SOWI, der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck. Von hier fährt man Richtung Norden durch Saggen, Innsbrucks Villen-Stadtteil, und vorbei an den Viaduktbögen, die sich nachts in eine Partymeile verwandeln, und erreicht das Kletterzentrum Innsbruck, das zu den größten und modernsten Kletteranlagen Europas zählt. Auf insgesamt 5.700 m² Kletterfläche kann man sich hier im Innen- sowie im Außenbereich austoben.

Abkühlung nach einer anstrengenden Kletterpartie verspricht der Baggersee, den man über einen schattigen Radweg entlang des Inns erreicht. Natur pur mit großer Liegewiese, Badeinsel und Restaurants. Erfrischt vom kühlen Nass geht es retour Richtung Innsbruck Stadtkern – und zwar auf der anderen Seite des Inn, wo man über die Stadtteile St. Nikolaus und Mariahilf und die Freiburger Brücke zur typisch studentischen Innpromenade hinter der Universität kommt. Vorbei an diesem beliebten Treffpunkt geht es Richtung Eduard-Wallnöfer-Platz, wo man Skatern und BMX-Fahrern bei ihren Kunststücken zusehen kann – gleich um’s Eck (Bozner Platz) kann man übrigens das Stadtrad zurückgeben.





Innsbrucks Moderne entdecken: Architektur von Weltniveau verbindet sich mit Tiroler Baukunst

Zwei Stunden sollte man sich für eine Reise durch Innsbrucks Architektur Zeit nehmen. Man startet am Congress, wo nicht nur das Veranstaltungszentrum selbst, sondern auch die Talstation der Hungerburgbahn, entworfen von Star-Architektin Zaha Hadid, bewundert werden kann. Schräg gegenüber befindet sich das neue Haus der Musik – Begegnungsstätte für alle Musikinteressierten in Tirol. Nahe Innsbrucks Prachtstraße Maria-Theresien-Straße begeistert das „Bankenviertel“ mit Sparkassenplatz und BTV Stadtforum architektonisch-modern. An die Anfänge des 20. Jahrhunderts erinnert das von Lois Welzenbacher entworfene IKB-Gebäude, Innsbrucks erstes Hochhaus.

Das Neue Landhaus, das 1938 errichtet wurde, erinnert mit seinem nüchternen und auf das Wesentliche konzentrierten Stil und den Verweisen auf die Antike an den nationalsozialistischen Herrschaftsanspruch. Ein Kontrastprogramm dazu bietet der vorgelagerte Eduard-Wallnöfer-Platz, auf dem sich Skater und BMX-Fahrer tummeln.





Auch Shopping geschieht in Innsbruck umgeben von moderner Architektur: Im vom britischen Meisterarchitekt David Chipperfield entworfenen und mehrfach architektonisch ausgezeichneten Kaufhaus Tyrol sowie in den Rathausgalerien – entworfen von Dominique Perrault – locken so manche anziehbare Versuchungen. Das perfekte Ende für die Tour bildet die neu renovierte Tourismus Information Innsbruck. Einst diente die dreischiffige Halle mit Renaissance-Gewölbe als Hofstallung der Pferde der Hofburg – heute zeigt sie, wie reizvoll zeitgenössische Architektur mit digitaler Technologie vermischt werden kann. Vorbeischauen lohnt sich!

Das authentische Innsbruck: Dem Trubel der Altstadt entfliehen, aber im historischen Umfeld verweilen

In das ursprüngliche Innsbruck abseits von Stadttrubel, aber nur wenige Schritte außerhalb der Altstadt kann man in einer etwa 3-stündigen Tour durch St. Nikolaus, Mariahilf und Hötting eintauchen. Gestartet wird bei der Markthalle, von wo es vorbei an der Ottoburg, einem der ältesten Gebäude der Altstadt, über die Innbrücke Richtung Westen zur Mariahilfkirche geht. Besonders Kirchenliebhaber kommen bei dieser Tour voll auf ihre Kosten. Sowohl die Alte Höttinger Pfarrkirche, die im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde, also auch die neuromantische Neue Höttinger Pfarrkirche und die Pfarrkirche St. Nikolaus sind Teil der Route.

Highlights der Tour sind auch der Waltherpark, von dem aus Albrecht Dürer 1496 die Skyline von Innsbruck malte, und die Bäckerbühelgasse sowie die St.-Nikolaus-Gasse, die zu den ältesten Gassen Innsbrucks gehören und ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben. Zurück auf die andere Seite des Inns geht es anschließend über den Emile-Bétouart-Steg, benannt nach dem General, der sich zwischen 1945 und 1955 als Oberbefehlshaber der französischen Besatzungstruppen um die Verständigung und Versöhnung mit der Tiroler Bevölkerung verdient gemacht hatte. Flussaufwärts geht es vorbei am Hofgarten, der seit dem 19. Jahrhundert für die Öffentlichkeit zugänglich ist, zum Endpunkt der Tour vor dem Goldenen Dachl.

(Verfrühtes) Weihnachts-Special:

Von modern bis besinnlich: Die sechs Christkindlmärkte in Innsbruck Christkindlmarkt mit Ausblick? Ja, bitte – und was für einer! Diese Nachmittagstour, die etwa drei bis vier Stunden in Anspruch nimmt, ist ein absolutes MUST-DO in der Vorweihnachtszeit. Gestartet wird bei der Station Congress, von wo es mit der Hungerburgbahn zum ersten Christkindl-Tour-Stopp geht. Hier kann man nicht nur Glühwein und „Kiachl“ (traditionell österreichisches Gebäck aus Germteig), sondern auch einen Wahnsinns-Ausblick über die Stadt genießen.

Mit der Bahn retour (Ausstieg Station Löwenhaus) geht es weiter nach St. Nikolaus, wo am Hans-Brenner-Platz ein wahrer Ort der vorweihnachtlichen Besinnlichkeit wartet. Neben wärmenden Feuerstellen probiert man hier selbstgebackene Weihnachtskekse. Einen kurzen Spaziergang durch den Waltherpark und über die Innbrücke entfernt liegt der Christkindlmarkt am Innsbrucker Marktplatz, der besonders für Kinder Spiel und Spaß bietet – Nostalgie-Karussell und Swarovski-Christbaum inklusive!

Weiter geht’s zum Klassiker: Dem Christkindlmarkt in der Altstadt. Mit einer prächtig beleuchteten Tanne vor dem Goldenen Dachl sowie Märchen- und Riesengasse wird hier die magische Weihnachtsstimmung deutlich spürbar. Klassiker wie Keks-Schneebälle können an den Ständen ebenso wie originale Zillertaler Krapfen probiert werden. Gleich anschließend in Innsbrucks Prunkstraße, der Maria-Theresien-Straße befindet sich der nächste Christkindlmarkt. In einer Allee aus funkelnden Kristallbäumen kann man hier durch die handgefertigten Holz-, Strick- oder Filzwaren an den Ständen stöbern, bevor man sich schließlich zum letzten Christkindl-Tour-Stopp aufmacht: Dem Christkindlmarkt am Wiltener Platzl. Besinnlich, aber auch ein bisschen boho und multikulti präsentiert sich dieser Markt im hippsten Stadtteil Innsbrucks. Dabei bleibt er aber immer eins, und zwar typisch tirolerisch!

Wer am Wochenende in der Stadt ist, sollte sich die Kaiserweihnacht am Bergisel nicht entgehen lassen. Von Freitag bis Sonntag präsentieren Kunst- und Handwerksaussteller ihr Können auf dem kleinen aber feinen Christkindlmarkt über den Dächern Innsbrucks.

Text und Bilder von Innsbruck Tourismus

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