Sonntag, Mai 19, 2024
GartenHaus & Wohnen

Alles Wissenswerte rund um den Naturgarten

Dass nicht jeder Garten gleich ist, wissen in der Regel nur tatsächliche Hobbygärtner. Jeder andere tut sich wahrscheinlich schwer damit, einen Unterschied zwischen einem konventionellen Garten und dem Naturgarten zu finden. Dabei handelt es sich hier um zwei völlig verschiedene Arten von Gärten. Die Unterschiede beziehen sich hier nicht nur auf die Wahl der Pflanzen, sondern auch auf die Materialien, den Aufbau, die Tiere usw. Doch was macht einen Naturgarten nun eigentlich aus und was sind seine Eigenschaften?

Bild: Shutterstock

Naturgarten als naturnaher Lebensraum für Mensch und Tier

Bei einem Naturgarten handelt es sich um einen sehr naturnahen und naturähnlichen Garten mit Wildpflanzen und wildlebenden Tieren wie Insekten. In einem Naturgarten ist die Biodiversität deutlich höher, als zum Beispiel in einem gewöhnlichen Schrebergarten. Damit er tatsächlich struktur- und artenreich ist, werden möglichst alle Gartenbereiche einbezogen. Dazu gehören u.a. die Zäune und Mauern, Parkflächen, Pflasterfugen, Wege, Altholz, usw. Dabei ist hier eine standortgerechte Gestaltung extrem wichtig, um vor allem den Ansprüchen der Pflanzen gerecht zu werden. Das bedeutet, dass an trockeneren Standorten vor allem Pflanzen gesetzt werden, die kein Problem mit Trockenheit haben.

Die Pflanzenvielfalt

Der Naturgarten zeichnet sich vor allem durch die Wahl der Pflanzen aus, die praktisch überall im Garten zu wachsen scheinen. Dabei handelt es sich überwiegend um Wildpflanzen und einheimisch bekannte Blumen, wie die Liguster. Aber auch andere Blumen wie die Kirschlorbeer, die Brennnessel, der Efeu oder Wiesen-Flockenblumen. Zu den einheimischen Pflanzen gehören vor allem diejenigen, die bereits seit mindestens 500 Jahren hier in Deutschland verbreitet sind. Sie sind vor allem für Insekten lebenswichtig. Daher sind Naturgärten gerade in der aktuellen Zeit sehr gefragt, um gefährdeten Insekten wie Bienen einen natürlichen Lebensraum zu bieten. Wer dennoch gezielt Blumen pflanzen möchte, der sollte auf eine hochwertige Herkunft des Saatguts achten.

Hier sind Beispiele für Lieblingspflanzen von Bienen, Insekten und weiteren Tiere im Naturgarten:

  • Der Efeu: Efeu blüht zwar erst im Herbst, gehört damit aber zu den letzten wichtigen Nahrungsquellen vor den kalten Monaten. Er ist nicht nur wichtig für dort ständig lebende Tiere, sondern auch für Wanderinsekten wie den Distelfalter.
  • Die Kirschlorbeer: Die Kirschlorbeer ist eine beliebte Hecke, die aufgrund ihrer dichten Zweige und Blätter gerne als Rückzugsort von Tieren dient. Zudem ist die Kirschlorbeer ideal als Abgrenzung zu anderen Grundstücken.
  • Der Faulbaum: Der Baum ist besonders bei einheimischen Vögeln und Schmetterlingsraupen sehr gefragt, da sie sich von den Früchten des Baums ernähren.
  • Die Liguster: Die Liguster gehört zu den Ölbaumgewächsen und wird gerne als Trachtpflanze für Bienen und andere Insekten genutzt. Daraufhin bilden sich in der Ligusterbeeren, die zwar schön aussehen, allerdings für Menschen und Tiere wie Hunde giftig sind.
  • Der Stinkende Storchschnabel: Er gehört zu den beliebtesten Pflanzen in einem Naturgarten. Er wählt seinen Ort zum Wachsen selbst und blüht besonders lange und schön. Gerade Wildbienen lieben diese Pflanze und stören sich nicht an dem Geruch.

Der ökologische Wert des Naturgartens

Die Pflanzen im Naturgarten zeichnen sich durch ihren hohen ökologischen Wert aus und sind wichtig für heimische Tiere wie Wildbienen. Im Naturgarten wird bei der Pflanzenwahl besonders darauf geachtet, dass sich das ganze Jahr über Früchte und Blüten bilden. Dadurch haben die Tiere ganzjährig genug Nahrungsquellen. Dadurch sieht der Garten zu jeder Jahreszeit wunderschön aus. Zudem wird in Naturgärten kein Gift, kein Torf oder andere Kunstdünger verwendet. Bei der Behandlung der Pflanzen werden keine pflanzen- und tiergiftigen Chemikalien, Bodenhilfsstoffe oder leichtlösliche Phosphate genutzt. Auch das genutzte Saatgut darf nicht gentechnisch verändert sein.

Im Naturgarten kommen lediglich ökologische Baustoffe zum Einsatz, um den Garten zu gestalten. Das bedeutet, Gärtner greifen zu unbehandeltem Holz oder Natursteinen oder nutzen noch vorhandene Materialien. Beton oder Kunststoff kommen nur im äußersten Notfall und dann nur minimal zum Einsatz.

Fazit – Naturgärten für mehr Ökologie, Artenvielfalt und Biodiversität

Ein Naturgarten zeichnet sich durch seinen Respekt zur einheimischen Flora und Fauna aus. Natur wird hier sowohl beim Bau als auch bei der Pflege des Gartens großgeschrieben.