Besseres Wohnen mit natürlichen Dämmstoffen

Nicht erst seit diesem Jahr wird der Ruf nach ökologischerem Bauen – dem Zurück zur Natur mit dem Eigenheim – immer lauter. Dank niedriger Leitzinsen und großzügigen Förderungen der Länder erfüllen sich seit Beginn 2018 immer mehr Paare und junge Menschen den Traum vom Eigenheim.

Dämmung Hanf Fertighaus
Dank niedriger Leitzinsen und großzügigen Förderungen der Länder erfüllen sich seit Beginn 2018 immer mehr Paare und junge Menschen den Traum vom Eigenheim | Credit: Pixabay

Mit dieser Entwicklung kam es gleichzeitig auch zu einem Boom der Bauwirtschaft samt einiger erfreulicher Nebenerscheinungen. Junge Bauherren legen nämlich immer mehr Wert auf energieeffizientes Bauen und ökologisch wertvollere Baumaterialien. Vorbei sind die Zeiten, zu denen es abseits des 50 cm Ziegels keine Alternativen gab. Mittlerweile werden Holzwände, Betonwände und Mischformen im Fertigteilverfahren angepasst und aufgestellt – und das je nach Bewusstsein und Geldbörse mehr oder weniger nachhaltig. Dabei ist der angesprochene Trend vor allem bei Dämmstoffen deutlich bemerkbar – und wird dementsprechend auch von vielen Anbietern aufgegriffen.

Dabei ist allein die Definierung von Ökobilanz schon ein schwieriges Thema. Moderne, alternative Dämmstoffe zum Beispiel müssen nicht nur nachhaltiger herstellbar sein, sondern auch über Jahrzehnte hinweg konstante Dämmleistungen erbringen können, um sich gegen traditionelle Materialien durchsetzen zu können. Erhöhte Heizkosten, die aus unzureichenden Dämmungen entstehen können, müssen nämlich in diese oft zitierte Bilanz einfließen. Somit ist es gar nicht so einfach, mit einem Dämmstoff mehr Energie zu sparen als für die Herstellung und spätere Wiederverwertung des Materials aufgebracht werden müsste.

Zellulose gilt dabei als Hoffnungskind der Branche. Hierbei wird Zellstoff aus Altpapier benutzt, um Dämmstoffe für die Innen- und Außendämmung zu gewinnen. Auch nach Jahren können aus diesem Material keine Schadstoffe ausdampfen und auch die Herstellung gilt als sehr umweltschonend. Ein weiterer Vorteil dieses Materials ist, dass es nicht nur in gepressten Platten oder Blöcken verarbeitbar ist, sondern auch in bestehende Wände eingeblasen werden kann.





Ähnlich wie Zellulose wird auch Seegras zur Einblas- oder Stopfdämmung benutzt. Einzig die Gewinnung der Fasern benötigt hier einen extra Arbeitsgang. Nach dem Mähen muss das Gras mittels Milchsäuregärung erst zur Zellulose verarbeitet werden.

Holzfaserplatten werden aus Holzresten hergestellt, die dabei erhitzt und zerrieben werden. Als Bindemittel kommt lediglich das materialeigene Harz zum Einsatz. In den letzten Jahren kommen diese Platten vermehrt bei Dachausbauten oder Dachisolationen zum Einsatz.

Hanfvliese oder Hanfdämmmatten werden streng genommen aus den Hanfstengeln oder Hanfhalmen hergestellt. Diese werden gebrochen und im Anschluss gewalzt, wodurch sie die besonders starken Hanffasern preisgeben. Hanf eignet sich nicht nur hervorragend zur Schall- und Wärmedämmung, sondern wird immer öfter zur Wanddämmung herangezogen. Ein modernes Fertighaus zum Beispiel kann heutzutage bereits mit Hanf vollgedämmt werden. Hanf ist dabei nicht nur eine relativ anspruchslose Kulturpflanze, die vermehrt direkt in Österreich angebaut und verwertet wird, sondern ist auch von Natur aus fungizid und antibakteriell!





Flachs weist ähnlich gute Dämmwerte auf, die Fasern werden mithilfe von Nadelwalzen gewonnen und später zu Matten verpresst und verklebt werden. Flachs eignet sich ebenfalls sehr gut zur Dach- und Wanddämmung und gilt aus ausgesprochen gut in der Feuchtigkeitsregulierung.

Wer beim Errichten des neuen Eigenheims nicht nur auf Baukosten und Heizkosten schaut, sondern auch Wert auf Raumklima legt, ist mit neuen Baustoffen aus heimischer Herstellung bestens beraten. Unbedingt empfehlen sich aber unabhängige Dritte, die nicht nur bei der Auswahl des richtigen Produkts sondern auch bei der Verwendung auf der eigenen Baustelle zur Seite stehen können!

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