Homeoffice mal anders – Coronakrise lässt Sextoy Umsatz steigen

Die Ausgangsbeschränkungen sind verhängt und ausgeweitet worden, Geschäfte und Gastronomien sowie auch Schulen und Kitas sind geschlossen; das Coronavirus hat unsere Gesellschaft fest im Griff und beeinflusst tagtäglichen unseren Alltag. Die Wohnung verlassen und sich mit Bekannten und Freunden treffen? Nicht in Zeiten von Corona! Innerhalb der eigenen vier Wände ist Kreativität angesagt, die verordnete Quarantänezeit soll möglichst abwechslungsreich gestaltet werden, um zu verhindern, dass uns in der eigenen Wohnung die Decke auf den Kopf fällt.

Die viele Zeit zu Hause kann bewusst genutzt werden, die eigene Sexualität zu erkunden und auch zu erweitern | Pixabay

Viele Geschäfte erleiden Verluste und Einbußen, jedoch nicht alle. Gerade in dieser schwierigen Zeit lassen sich einige interessante Tendenzen und Entwicklungen feststellen: Der Umsatz und Verkauf von Sexspielzeugen boomt derzeit. Doch nicht nur die sexuelle Spielzeugsammlung der Menschen wird erweitert, auch der Absatz von Gleitgel und Kondomen steigt. Letztere natürlich in der Großpackung, man hat ja Zeit…. denn: Keiner weiß, wie lange die Ausgangssperre wohl noch dauern mag.

Denn auch in der Coronakrise gilt natürlich: Safety first! Diese Tatsache gipfelt schließlich darin, dass Kondompackungen in Frankreich sogar gehamstert werden sollen. Oh la la ! Die Deutschen zeigen sich hinsichtlich dieses Aspektes jedoch konservativer, setzen sie den Fokus ihrer Hamsterkäufe doch lieber auf Toilettenpapier.

Sex als kreativer Zeitvertreib: Therapeutisches Homeworkout zur Krisenbewältigung

Nach Angaben des Online-Erotikshops „Eis.de“ verkaufen sich Sexspielzeuge in der derzeitigen Lage besonders gut. Diese Tatsache erweist sich als logisch und zielorientiert, haben doch derzeit alle Fitnessstudios und Sportstätten geschlossen. Da muss Man(n) sich schließlich anderweitige Bewegungsmöglichkeiten suchen. Dies gilt für Frau natürlich ebenso.

Dass dabei Kreativität und Abwechslung angesagt sind, zeigt folgender Fakt: Die Anzahl der bestellten Produkte in Online-Erotikshops haben sich gleichzeitig zum Auftauchen des Coronavirus verdoppelt. Auch vor den neugierigen Blicken von Postboten ist man sicher, gerade in Zeiten, in denen die Pakete nur vor der Haustüre gestellt werden; natürlich nur, sollte die Diskretion der Lieferung einmal nicht gewahrt werden…

Die Anzahl der bestellten Produkte in Online-Erotikshops haben sich gleichzeitig zum Auftauchen des Coronavirus verdoppelt

Warum also gerade Sex als Ablenkung, Hilfe oder sogar als eine Art Therapie in dieser schwierigen Zeit? Während des Sex und insbesondere beim Orgasmus wird eine Vielzahl an positiven Hormonen ausgeschüttet. Dies entspannt, beruhigt und kräftigt die Bindung zum Partner. Diese innige Bindung wiederum ist gerade in Krisenzeiten eine wichtige Stütze und große Hilfe. Die viele Zeit zu Hause kann also bewusst genutzt werden, die eigene Sexualität zu erkunden und auch zu erweitern. Gerade durch den Einsatz von Sextoys können kreative neue Anreize geschaffen werden.

Trends: Welche Toys sind angesagt?

Bezüglich der Häufigkeit und Art der bestellten Sexspielzeuge lassen sich deutliche Tendenzen feststellen. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich aktuell Druckwellen-Vibratoren, dicht gefolgt von Vibrationskissen zur Stimulation von Anus und Vulva.

Auch sehr angesagt: ein per Fernbedienung steuerbarer Paarvibrator. Gerade davon können all jene Paare Gebrauch machen, die auch während ihres Schäferstündchens gern den empfohlenen Sicherheitsabstand von 1,5-2 Meter einhalten wollen. Wer sich doch lieber was näher kommen möchte, der sollte in Zeiten von Corona zumindest seine Sextoys und Hände regelmäßig waschen und desinfizieren, so wie es auch das Portal Liebeswiese.com rät.

Betrachtet man die Verkaufszahlen der Sex-Toy-Marke Womanizer von 1.1. bis 10.3.2020, zeigt sich: Die Verkaufszahlen lagen in Italien beispielsweise 60 Prozent über der Prognose, Frankreich befindet sich mit 40 Prozent etwas dahinter. Klarer Sieger sind hier die Kanadier. Ihr Land verzeichnet Verkaufszahlen, die 135 Prozent über den prognostizierten Prozentwerten liegen.

Was ist mit Singles oder Paaren, die sich jetzt nicht mehr sehen können?

Wer glaubt, in Quarantäne befindliche Singles seien in dieser Zeit wohl benachteiligt, irrt. Schenkt man den Zahlen des Online-Sexshops Amorelie Glauben, so wird dort ein Anstieg der verkauften Produkte um etwa 30 Prozent verzeichnet. Klarer Trendsetter: Vibro-Eier! Ob dies wohl im Zusammenhang zum nahenden Osterfest steht? Dies bleibt wohl unklar….

Gerade die Zeit gilt als ein wichtiger Faktor im Hinblick auf Sexualität und Selbstbefriedigung. Die Aussicht, eine ungewiss lange Zeit vom Partner getrennt zu sein, verleitet dazu, sich nach neuen Mitteln umzusehen, um sich die nun allein zu verbringende Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Sei dies nun, ob der Partner positiv getestet wurde oder im Ausland aufgrund der Einreisestopps festsitzt…

So schlimm die Coronakrise also die Gesellschaft trifft und unser aller Leben auf den Kopf stellt, verhilft sie uns also auch dazu, für einen kleinen Augenblick den Sorgen des Alltags zu entfliehen, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren, die Augen zu schließen und einfach zu genießen.